Modul 5 – Kartierungen und ökologische Datenauswertungen

Durchführung: Herbarium

Ort

  • Wiesenfläche (Termin 1 und 3)
  • Drinnen (Termin 2 und 3)

Zeitraum

  • 3 Termine
  • jeweils 90 Minuten

Klassenstufe

  • Klassenstufe 5 bis 7

Schwerpunkt

  • Spielerisch Pflanzenarten bestimmen

Pflanzenkartierung

Obwohl die biologische Vielfalt in Gefahr ist, merken es viele Personen nicht, da die Artenkenntnis fehlt. Allgemein sind die Pflanzenkenntnisse in der Bevölkerung gesunken. Doch Artenkenntnis ist die Grundlage für den Schutz von Tier- und Pflanzenarten, denn nur das, was wir kennen, können und wollen wir schützen.

Mit diesen drei Einheiten lernen Schüler*innen (SuS) spielerisch unterschiedliche Pflanzenarten kennen. Die folgenden Tabellen zeigen den Ablauf der aufeinander aufbauenden Unterrichtseinheiten. Die eingesetzten Methoden werden im Anschluss im Detail beschrieben.

Übersicht

Übersichten in Desktop-Version verfügbar

Termin 1

InhaltMethodeZeitangabenMaterialSozialform
Pflanzenvielfalt

Naturkünstler

Farbsuche

ca. 10 min

ca. 15 min

Malerpaletten aus Papier, Klebestreifen

80 – 100 eingefärbte Zahnstocher

Einzelarbeit

Kleingruppe

Pflanzen

Tanz der Vielfalt

Blüten pressen

ca. 20 min

ca. 40 min

Musik, Zettel und Stift oder bemalte/beschriftete Zettel

Blumen, Lösch-/Druckerpapier

Großgruppe

Einzelarbeit

Termin 2

MethodeZeitangabenMaterialSozialform
Neophytenca. 10 minSeil zur AbgrenzungGroßgruppe
Herbariumca. 80 minErgebnis von Methode „Blüten pressen“, Papier, Stift, Tablets, ggf. LaminiergerätEinzel-/Partnerarbeit

Termin 3

InhaltMethodeZeitangabenMaterialSozialform
Einführung ca. 15 minTablets, PflanzenbestimmungsappsGroßgruppe
Pflanzenkartierung

Erforschen der Wiese

Auswertung

ca. 45 min

ca. 30 min

Pflanzenbestimmungsapps/-bücher, Stift, Papier und Klemmbrett

Kleingruppe

Partnerarbeit

Ablauf

Die drei Einheiten bauen aufeinander auf. Einzelne Methoden können aber auch eigenständig durchgeführt werden. Je nach Schwierigkeitsgrad und Fragestellungen kann das Thema in den Klassenstufe 5 bis 7 durchgeführt werden. Neben Blütenpflanzen können auch Moose, Flechten, Pilze, Sträucher und Bäume in einigen Methoden mit behandelt werden.  In der ersten Einheit wird allgemein die Pflanzenvielfalt auf der Wiese angesprochen und erste Artennamen werden spielerisch gelernt. Die zweite Einheit vermittelt spezifischeres Wissen zu Pflanzenarten und dem unterschiedlichen Aufbau der Pflanzen. Nach der dritten Einheit können selbstständig Pflanzenarten bestimmt, sowie eine einfache Artauswertung durchgeführt werden.

Termin 1

Über die Farbdiversität von Pflanzen bekommen die SuS einen ersten Eindruck über den vielseitigen Aufbau und den Pflanzenreichtum.

Pflanzenvielfalt

Mit der Methode Naturkünstler machen sich die SuS auf die Suche nach dem Farbspektrum der Natur. Jüngere SuS dürfen auf ihrer Malerpalette alle Farben festhalten, die sie finden. Bei älteren Teilnehmenden kann die Klasse in Kleingruppen aufgeteilt werden und jede Person der Kleingruppe geht auf die Suche nach Farbvariationen. So können mit Grün-, Braun-, Gelbtöne eine große Bandbreite der natürlichen Farben abgedeckt werden. Mit dem Schwerpunkt auf einzelne Farbvariationen lernen die SuS die Umgebung genauer zu betrachten. Die Übung kann auch bei Überwindung einer Wegstrecke als Einstieg genutzt werden. Malerpaletten aus Papier heben den Künstleraspekt hervor, sind aber nicht zwingend notwendig, alternativ können auch feste Pappkarten verteilt werden, auf die kleine Stücke der jeweiligen Naturfarbe geklebt werden. Unbedingt sollte darauf hingewiesen werden, dass lediglich kleine Bestandteile gebraucht werden. SuS sollen keine vollständigen Pflanzen mitnehmen.

Nachdem die gefundene Farbvielfalt besprochen wurde, soll ein kleines Spiel über die Prägnanz von Farben in der Natur zum Nachdenken anregen. 80 – 100 unterschiedlich eingefärbte Zahnstocher werden auf einem abgesteckten Wiesenareal verteilt. Die SuS werden in Kleingruppen eingeteilt. Pro Gruppe darf immer eine Person in die Fläche laufen und einen Zahnstocher mit zur Gruppe nehmen. Anschließend läuft die nächste Person. Das Spiel kann als Wettbewerb durchgeführt werden. Welche Gruppe am Ende die meisten Zahnstocher gefunden hat, hat gewonnen. Wurden alle Zahnstocher gefunden? Welche Zahnstocher waren einfach zu finden? Je nach Schnelligkeit kann das Spiel auf einer größeren oder kleineren Fläche wiederholt werden. Ändert sich die Spielzeit? Am Ende werden gemeinsam alle nicht gefundenen Zahnstocher wieder eingesammelt. Wieso wurden manche Zahnstocher nicht gefunden? Insekten orientieren sich an Düften, auffälligen Blütenfarben und -formen, aber nicht alle Insekten nehmen alle Farben wahr. Pflanzen und Insekten sind voneinander abhängig. Die Insektenbestäubung ist eine evolutionäre Anpassung der Angiospermen (im engeren Sinne werden sie meist als „Blütenpflanzen“ bezeichnet). Unscheinbare Pflanzenarten verbreiten sich dagegen häufig über den Wind, ihre Bestäubung ist nicht so präzise, aber sie haben dafür nicht die Notwendigkeit Energie in auffallende Merkmale zu setzen.

Pflanzen

Im nächsten Abschnitt folgt eine erste kreative Auseinandersetzung mit Pflanzennamen. Es werden verschiedene Fotos/Bilder (DIN A3) von unterschiedlichen Pflanzen ausgelegt. Ähnlich wie bei Reise nach Jerusalem laufen die SuS, während die Musik läuft zwischen den Bildern umher. Bei Musikstopp wird ein Pflanzenname gerufen, die SuS sollen sich auf ein Foto der Pflanze stellen. Es dürfen mehrere SuS auf einem Bild stehen. Nach der Überprüfung dürfen die SuS sich weiterbewegen. Ein Bild dieser Pflanze wird entfernt. Anschließend wird die Aktion mit den anderen Pflanzennamen wiederholt. SuS sollen sich mit mindestens einem Körperteil auf dem Foto aufhalten. Das Entfernen von Pflanzenbildern wird so lange weitergeführt, wie alle SuS sich auf den restlichen Bildern aufhalten können. Je nach Klassenstufe können die Pflanzennamen einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad haben.

Anschließend sollen die SuS selbstständig losziehen und Pflanzen pflücken, der Tau sollte bereits abgetrocknet sein. Achtung: nicht in Schutzgebieten pflücken und auf giftige und gefährdete Arten aufpassen. Jede Person sollte zwischen 10 und 15 verschiedene Arten sammeln. Durch das im Projekttag erworbene Artenwissen und eine Einführung in die Pflanzenbestimmung (vgl. Termin 3) können die SuS die Arten sicher bestimmen. Die Pflanzen werden daraufhin entweder in Blütenpressen oder zwischen Lösch- oder Druckerpapier in Bücher gegeben. Flache Pflanzen sind einfacher zu pressen und dünne Blütenblätter fördern die Trocknung. Die Pflanzen in den Büchern müssen an einem gut belüfteten Ort gelagert und regelmäßig kontrolliert werden, ggf. sollte auch das Papier getauscht werden.

Termin 2

Der Fokus der zweiten Einheit besteht darauf, aus den gesammelten Pflanzen ein Herbarium oder Blütendiagramm mit den SuS herzustellen. Aufgrund des Trocknungsprozesses sollte mit dem Herbarium frühestens zwei Wochen nach dem Sammeln begonnen werden.

Neophyten

Wir starten den Termin mit einem Bewegungsspiel. Die SuS lernen dadurch eindrucksvoll die Schwierigkeit mit eingeführten Neophyten kennen. Immer mehr invasive Pflanzen besiedeln unsere Landschaften. Beispielsweise das Drüsenspringkraut (Fänger*in) hat sich Einlass in einen Garten (abgestecktes Feld) geschaffen. Es gibt zu Beginn des Spiels eine fangende Person, die anderen sind natürlich vorkommende Pflanzen und versuchen zu entkommen. Sobald jemand gefangen wird, verwandelt er sich ebenfalls in ein Springkraut und darf mitfangen. Das Spiel endet, wenn alle SuS gefangen wurden und der gesamte Garten dadurch nur noch von dem Drüsenspringkraut bedeckt ist. Die schnelle Ausbreitung von invasiven Neophyten stellt die einheimische Pflanzenbiodiversität vor eine weitere Herausforderung. Dieses Spiel kann als Einführung in einen kleinen Diskurs zu Neophyten genutzt werden.

Herbarium

Nachdem die gepressten Blumen von Termin eins getrocknet sind (dauert 2 bis 3 Wochen), kann im zweiten Termin aus den getrockneten Blumen ein Herbarium erstellt werden. Die SuS kleben jede getrocknete Pflanzenart auf ein eigenes weißes Papier. Für ein Herbarium werden die wichtigsten Fakten der Art hinzugefügt. Es können ebenso Blütendiagramme erstellt werden, diese beinhalten zusätzlich die Beschreibung der einzelnen Bestandteile der Pflanze (Staubblatt, Blütenblatt, Sprossachse, …). Die SuS sollen die Pflanzen in Eigenrecherche beschriften. Um eine bessere Haltbarkeit des Herbariums zu gewährleisten, ist es möglich die Ergebnisse zu laminieren. Bei zehn bis fünfzehn Pflanzen können die SuS auch ein eigenes kleines Bestimmungsbuch basteln, indem sie die einzelnen Exemplare zusammenbinden. Je nach Lernziel kann ein Herbarium oder Blütendiagramm erstellt werden.

Termin 3

In der dritten Einheit wenden die SuS ihr bisher gelerntes Wissen an und vertiefen gleichzeitig das Fachwissen zu Pflanzenarten.

Einführung

Zu Beginn wird die Klasse in Dreier- oder Vierergruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekommt ein Tablet mit einer Pflanzenbestimmungsapp (z.B. Flora Incognita, Pl@ntNet, iNaturalist, Naturblick). Den SuS wird die Bedienung der verwendeten App Schritt für Schritt erläutert. Bevor die Bestimmungsarbeit beginnt, sollen sich die SuS mit der App vertraut machen.

Pflanzenkartierung

Nach der Erklärung starten die SuS ihre Suche auf dem Schulgelände. Mit Hilfe der Apps und ggf. Bestimmungsbüchern sollen die Kleingruppen mindestens 20 unterschiedliche Pflanzenarten auf dem Schulgelände bestimmen.

Die anschließende Auswertung kann sowohl auf der Wiese als auch im Klassenzimmer durchgeführt werden. In Partnerarbeit werden die Ergebnisse der Methode „Erforschen der Wiese“ miteinander verglichen (mischt die Gruppen neu, sodass neue SuS-Kombinationen entstehen). Wie viele unterschiedliche Pflanzenarten habt ihr erkannt? Welche Pflanzenarten wachsen an welchen Orten besonders gut (Licht, Schatten, …)? Welche Pflanzenarten kommen selten auf dem Schulgelände vor? Welche Pflanzen wurden vermutlich gepflanzt und welche haben sich selbst auf dem Schulhof ausgebreitet? Diese und weitere Fragen können für den Vergleich mitgegeben werden.

Über die Pflanzenarten können Rückschlüsse auf die Umgebungsbedingungen gezogen werden, da diese unterschiedlich präferierte Standortbedingungen besitzen. Wichtige Faktoren sind vor allem Licht-, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, deswegen ist eine abwechslungsreiche Pflanzenaufnahme spannender auszuwerten.

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