Mit seiner Klasse einen Obstbaum zu pflanzen, kann eine bereichernde Erfahrungen sein. Die Schüler*innen (SuS) erlangen nicht nur praktische Fähigkeiten, wie man einen Baum richtig pflanzt, sondern erfahren auch, dass ihr Handeln einen Unterschied machen kann. Im besten Falle wachsen die Kinder mit dem Baum auf, und sehen ihn über die Jahre hinweg, wie er sich von einem kleinen, jungen Baum in einen starken Früchtetragenden Baum entwickelt.
Dennoch ist es mit dem Pflanzen allein nicht getan. Ein Obstbaum muss besonders in den ersten Jahren intensiv gepflegt werden. Daher sollte vorher genau festgelegt werden, wer sich langfristig um den Baum kümmert, ihn in den heißen Sommermonaten gießt, und regelmäßig schneidet.
Dies hier ist keine vollständige Anleitung, sondern soll eine Übersicht zu bieten, welche Schritte generell notwendig sind. Eine vollständige Anleitung zu Streuobstwiesen finden Sie hier.
Übersicht in Desktop-Version verfügbar
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Abschnitt |
Inhalt |
Zeitraum |
Material |
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Generelle Planung |
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ganzjährig |
Finanzplanung |
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Standortanalyse & Sortenauswahl |
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ganzjährig |
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Pflanzplan |
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ganzjährig |
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Pflanzen des Obstbaums |
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Ende Oktober – Anfang Dezember Februar – März |
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Pflege des Obstbaums |
Der erste Schritt besteht darin eine geeignete Fläche zu finden. Dabei sind Aspekte wie Größe, Infrastruktur, Auseinandersetzung mit dem Flächeneigentümer und eine Finanzplanung zu beachten. Sind alle Schritte abgeschlossen, steht dem Projekt nichts Grundsätzliches im Wege.
Obstbäume benötigen viel Platz. Daher stellen Sie sich gleich zum Anfang die Frage, ob die Fläche, die Sie im Blick haben groß genug ist, um einen Obstbaum, oder Obstbäume zu pflanzen. Man sollte mit ca. 10-15 Meter Abstand (je nach Sorte und Stammgröße) zwischen den Obstbäumen rechnen. Auch der Abstand zu schon vorhandenen Bäumen, Gebäuden, Gehwegen, und ähnliches ist einzuplanen.
Als nächstes sollte man sich mit der Frage auseinandersetzen, was sich im Boden befindet. Gibt es vielleicht Leitungen, oder ähnliches, die durch die Fläche führen, und weswegen die Fläche, oder ein Teil der Fläche nicht nutzbar ist?
Überschlagen Sie die Kosten für das Anlegen der Streuobstwiese, und definieren Sie wer die Kosten übernimmt. Vielleicht gibt es in Ihrer Region Förderungsmöglichkeiten.
Es ist abzuklären, wer der Eigentümer der Fläche ist, auf der Sie pflanzen wollen. Ist es die Schule selbst und somit der Landkreis? Ist die Stadt, oder die Gemeinde Eigentümerin der Fläche, oder befindet sich die Fläche vielleicht im Privatbesitz? Der oder die Eigentümer*in sollte aufrichtiges Interesse an dem Projekt haben, damit die Bäume langfristig auf der Fläche stehen können und eine reibungslose Umsetzung garantiert ist.
Ein Kooperationsvertrag kann die Grundlage für das gemeinsame Zusammenarbeiten mit dem/ der Eigentümer*in bilden. In diesem sollte unter anderem definiert, wie lange die Dauer der Nutzung der Fläche ist, wer die Pflege und Bewässerung der Bäume, die Verkehrssicherung, und die Haftung bei Personen -oder Sachschäden übernimmt.
Es ist zu empfehlen einen Experten beim Umsetzen einer Streuobstwiese zu Rate zu ziehen. Personen mit pomologischem Wissen, können dabei helfen zu evaluieren welche Baumarten und Sorten für Ihre Fläche in Frage kommen, die Anzahl der Bäume festzulegen, die Stammgröße zu bestimmen, und einen Pflanzplan zu erstellen. Um eine Person mit pomologischem Wissen in ihrer Nähe zu finden, empfehlen wir ihnen den Pomologenverein zu kontaktieren, oder die Suchfunktion der Obstbaumschnittschule zu verwenden: Über 500 Baumwarte: Unterstützung bei der Baumpflege finden
Definieren Sie einen Tag, an dem Sie sich zusammen mit dem Pomologen die Fläche anschauen. Dieser kann eine Standortanalyse durchführen in Hinblick auf Boden, Hanglagen und Exposition, Höhenlage sowie klimatische Eigenschaften (Niederschläge & Temperaturverhältnisse). Diese Eigenschaften definieren welche Obstarten – und Sorten in Frage kommen.
Als nächstes geht es an die Auswahl der Sorten. Es gibt eine riesige Anzahl an Sorten. So gibt es beispielsweise allein in Deutschland über 2000 Apfelsorten. Teilen Sie dem Pomologen mit, welche Obstarten Sie sich wünschen. Definieren Sie zudem Kriterien, die für Sie ausschlaggebend sind. Diese können zum Beispiel bestehen aus:
Obstbäume werden in verschiedenen Wuchsformen angeboten. Die Unterlage ist entscheidend dafür, wie groß der Baum final wächst. Man unterscheidet zwischen Buschbaum, Halbstamm und Hochstamm. Je nachdem wie groß die Fläche ist, die zu Verfügung steht, die Verwendung und Pflege der Fläche, und das Alter, das die Bäume erreichen sollen, ist ausschlaggebend dafür für welche Wuchsform man sich entscheidet. Der Hauptunterschied zwischen Buschbäumen, Halbstämmen und Hochstämmen liegt in der Höhe des Stammes. Der Buschbaum hat eine Stammhöhe von ca. 60 cm und ist damit die kleinste Form eines Obstbaums. Der Halbstamm ist etwas größer mit einer Stammhöhe von ca. 100 bis 120 cm. Er wird besonders gerne in Hausgärten angepflanzt. Bei einem Hochstamm, der für eine Streuobstwiese typisch ist, beginnen die ersten Äste in einer Höhe von 180 cm. Hier liegt die zu erwartende Endhöhe bei ca. 6-8 Metern.
Teil der Planung der Pflanzung besteht darin ein Pflanzschema zu entwerfen. Bitten Sie hierbei ihren Experten um Hilfe. Der Pflanzplan sollte die jeweiligen Pflanzabstände, Obstarten und-sorten, Obstreihen und Bearbeitungsgassen, Wege, Wald, Grundstücksgrenzen oder Höhenlinien enthalten.
Hier finden Sie einen Überblick über die Materialien, die Sie für ihre Pflanzung benötigen.
Mäuse können die Wurzeln des Baumes nachträglich schaden. Daher empfiehlt es sich einen Wühlmausschutz mit einzuplanen. Dieser sollte groß genug sein, um das Wachstum des Wurzelballens nicht zu beeinträchtigen.
Um das Überleben des jungen Baumes zu garantieren, empfiehlt es sich einen Verbissschutz einzuplanen. Dieser schützt den Baum besonders in den ersten Jahren davor angenagt zu werden. Die einfachste Form diesen anzubringen, besteht aus Volierendraht, welcher um den Baumstamm herum angebracht wird (Anleitung). Je nachdem, ob das Grundstück an ein Waldgebiet angrenzt, oder eine Beweidung durch Schafe, Ziegen, oder ähnliches vorgesehen ist, kann es notwendig sein, weiteren Verbisschutz, wie beispielsweise durch das Normannische Korsett einzuplanen. Lesen Sie hier mehr darüber: Thüringer Handlungskonzept
Als letztes sollte ein Gießring angelegt werden, dieser hilft dabei, dass Gieß- und Regenwasser direkt im Wurzelbereich zu sammeln und zu speichern. Er verhindert, dass das Wasser unkontrolliert an der Oberfläche abfließt oder verdunstet. Dadurch versickert es Baumnah im Grund und erreicht optimal die Baumwurzeln.
Die regelmäßige Pflege entscheidet essenziell über die Lebensdauer des Baumes.
Dazu gehört unter anderem das regelmäßige Schneiden des Baumes, das Wässern in den ersten Jahren, Kontrolle und Pflege der Baumscheibe, sowie die Stammkontrolle.
Hier finden Sie umfassende Informationen zu diesem Thema.